Qual der Wahl: BlackBerry PlayBook oder doch ein anderes Tablet - ein Ratgeber
Dienstag, den 08. März 2011 um 09:48 Uhr
Als vor einem Jahr Apple das iPad vorstellte hatte man kaum eine Wahl. Wer ein Tablet haben wollte griff zum iPad. Alternativen gab es keine. Mittlerweile haben die Konkurrenten mächtig aufgeholt und einige übertreffen bzgl. der Hardwareausstattung sogar das neue iPad 2.
Mehrere Seiten im Web haben inzwischen Vergleichstabellen veröffentlicht. Darin lassen sich Merkmale wie Größe, Auflösung und Ausstattung ablesen. Bei macerkopf.de stehen sich das Apple iPad 2, das Motorola Xoom, das HP Touchpad und das BlackBerry PlayBook gegenüber. Ein weiterer Vergleich findet sich bei crackberry.com wieder. Darin sind noch zusätzlich das LG Optimus Pad und das Samsung Galaxy Tab 10 aufgeführt.
Weitere Tablets, die bereits angekündigt wurden, sind u.a. das Acer Iconia A500, das Asus Eee Pad Transformer, das Dell Streak 7 und das HTC Flyer.
Die neue Vielfalt bringt aber nicht nur Vorteile mit sich. Vor dem Kauf gilt es nun, sich intensiver mit den Tablets zu beschäftigen.
10 oder 7 Zoll?
Die Tablets lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: 10 Zoll und 7 Zoll in der Diagonalen, mit kleineren Abweichungen nach oben oder unten. Manche kommen auch mit 9 Zoll aus. Hier steht man schon vor der ersten Entscheidung.
Je größer die Fläche, desto mehr Inhalt lässt sich darstellen, möchte man meinen. Das ist aber ein Trugschluss wie wir noch sehen werden. Die Pixelauflösung spielt hier eine ganz wichtige Rolle und bestimmt, wieviel Platz wirklich zur Verfügung steht.
Die meisten 7 Zöller besitzen eine Auflösung von 1024x600 Pixel. Die 1024 Pixel übertreffen auch einige größere Displays nicht. Lediglich das Samsung Galaxy Tab 10, das Motorola Xoom und das LG Optimus Pad besitzen mit 1280 Pixel mehr Platz in der Breite. Die Grafik zeigt dazu einen Vergleich einiger typischer Pixelauflösungen.

Die 1280 x 1024 stellt hier nur eine Referenz dar, um sich einen besseren Eindruck zu verschaffen. Sie kommt bei vielen PC-Monitoren zum Einsatz.
Die Pixelauflösung lässt aber keinen Schluss auf die Tabletgröße zu. Manche Displayhersteller packen einfach mehr Pixel pro Inch (PPI) auf das Panel und erreichen damit kleinere Abmessungen, ohne dass vom dargestellten Inhalt Informationen verloren gehen.
In der Grafik wurden die physikalischen Abmessungen ausgewählter Tablets im Vergleich zu einen DIN A4 Papier eingetragen.

Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen dem Apple iPad 2 und dem BlackBerry PlayBook aus. Noch einen Schritt weiter geht das Motorola Xoom. Trotz kleinerer Abmessungen kann es mehr anzeigen als das iPad 2. Das Xoom wurde nochmals hochkant eingezeichnet, um zu zeigen, dass es kleiner als das iPad 2 ist.
Man sollte aber nicht verschweigen, dass durch die höhere Auflösung der Inhalt kleiner dargestellt wird.
Mit der Größe einher geht auch das Gewicht. 10 Zöller wiegen zwischen 600g und 740g. Die kleineren liegen meist zwischen 380g und 450g. Zum Vergleich: Eine Tafel Schokolade wiegt 100g. Wer ein Tablet länger halten muss wird jedes gesparte Gramm zu schätzen wissen.
Für unterwegs sind die Tablets mit 7 Zoll sicherlich besser geeignet. Sie sind leichter, handlicher und können auch in der Jackentasche verschwinden. Mehr Inhalt auf das Display bekommt man nur mit den größeren Geräten. Die höhere Auflösung macht sich doch bemerkbar.
Das Seitenverhältnis
Im Zeitalter von Breitbildschirmen und 16:9 Fernseher hat man sich rasch an dieses Format gewöhnt. Es wundert also nicht, dass die kleinen 7 Zoll Tablets gerade mit solchen Displays hergestellt werden. Abweichungen sind vorhanden (16:10, 15:9), fallen aber kaum auf. Das 4:3 Seitenverhältnis gibt es nur beim Apple iPad und HP Touchpad, beide mit 9,7 Zoll.
Das Breitbildformat hat sicher viele Vorzüge, aber einen entscheidenden Nachteil. Wer viele Zeitungen elektronisch lesen will ist mit dem hochformatigen 4:3 Verhältnis besser bedient.
Hardwareausstattung
Ein wichtiges Merkmal ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, bestimmt aber wie gut das Tablet auf Eingaben, sprich Gesten, reagiert: Das Display selbst. Es kommen überwiegend zwei verschiedene Ansätze zum Einsatz. Resistive und kapazitive Touchscreens. [3]
Ein resistives Display reagiert auf Druck, der einen elektrischen Widerstand verändert, den man messen kann. Dieser Typ wurde und wird gerne in PDAs mit Stift eingebaut. Besonders bekannt sind Geräte von Palm und mit Microsofts Windows Mobile ausgestattete älteren Smartphones. Tablets mit resistivem Display sind im unteren Preissegment angesiedelt, da es sich günstiger herstellen lässt. Durch die Ausübung von Druck sind Wischgesten etwas schwieriger zu realisieren. Multitouch, also das Berühren mit mehren Fingern, oft für die Zoomfunktion genutzt, ist praktisch nicht möglich.
In den hochwertigeren Geräten werden deshalb kapazitive Touchscreens eingebaut. Hier genügt es bereits, durch Auflegen eines Fingers die elektrische Kapazität zu ändern, was wiederrum gemessen wird. Das erlaubt eine feinere Gestensteuerung. Wie gut das funktioniert hat Apple eindrucksvoll bewiesen. Der Nachteil sind die höheren Herstellungskosten.
Mittlerweile bauen nahezu alle Anbieter Prozessoren mit zwei Kernen ein. Im unteren Preissegment sind allerdings noch immer Einkern-Prozessoren zu finden. Das läßt nicht unbedingt auf eine schlechte Performance schließen. Das erste iPad besitzt ebenfalls einen Einzeller und bedient sich trotzdem butterweich. Für zukünftige Anforderungen bietet ein Zweikerner aber die höheren Reserven.
Die weiteren Ausstattungsmerkmalen bestimmen den Einsatzzweck und die Anschlussmöglichkeiten. Nicht alle Tablets besitzen einen USB-Anschluss, eine Mobilfunkverbindung oder einen Speicherslot für eine microSD-Karte. Entweder muss man einen Kompromiss eingehen und verzichtet auf das eine oder andere Feature oder konzentriert sich nur auf Geräte mit der gewünschten Ausstattung. Auch das Warten auf die nächste Generation kann sich lohnen.
Betriebssystem und Apps
Ausser Apple, HP (TouchPad) und RIM setzen alle Hersteller auf das von Google zur Verfügung gestellte Android, das bereits auf vielen Smartphones zum Einsatz kommt. Hier gilt es, auf die Versionsnummer zu achten. Erst ab Android 3.0 (Honeycomb) werden auch Tablets berücksichtigt und die Benutzeroberfläche dafür optimiert. Ältere Versionen sind für die niedrigere Pixelauflösung vom Smartphones ausgelegt. Immerhin bieten die größeren Hersteller ein Update auf Android 3.0 an. Wie gut sich das Tablet damit bedienen läßt liegt in erster Hand am Hersteller, der das Google Betriebssystem an das Tablet anpassen muss.
Optimal abgestimmte Geräte kann man bei RIM und HP erwarten. Da sie ein eigenes Betriebssystem mitbringen sollte es perfekt mit der Hardware harmonieren. Die Folge sind flüssige, weiche Bedienung ohne Ruckler oder Hänger. Wie gut das klappen kann hat Apple vorgemacht.
Wer vorne mitmischen will, braucht auch ein gutes Softwareangebot, sprich Apps. Apple hat hier die Nase vorn und hat sich mit seinem Apple App Store schon lange abgesetzt. Wer sich ein Android-Tablet zulegt kann in der Regel den Google Android Market benutzen. Bei der inzwischen großen Anzahl an Apps sicherlich eine gute Alternative zum Apple App Store. Bei Billiggeräten gilt allerdings eine gewisse Vorsicht. Ihnen bleibt der Zutritt zum Android Market oft verwehrt.
Wer einen eigenen Store aufbauen muss wird es schwer haben. RIM hinkt mit seiner BlackBerry App World zwar etwas hinterher, hat aber einen Trumpf in der Hand, denn das PlayBook soll bald auch den Android Store nutzen können. HP mit seinem WebOS genannten Betriebssystem muss sich jedenfalls etwas einfallen lassen, um seinen App Store (HP App Catalog) zu füllen.
Fazit
Der Siegeszug der Tablets nimmt immer mehr Fahrt auf. Es macht einfach mehr Spass mit dem Flachmann so nebenbei mal etwas im Internet nachzuschauen oder seine Kontakte zu pflegen. Es nimmt kaum Platz weg und ist nicht so schwer wie ein Laptop. Die Bedienung mit dem Finger trägt auch dazu bei.
Als BlackBerry Fanseite gilt dem PlayBook natürlich eine besondere Aufmerksamkeit. Was von den verschiedenen Videos zu sehen und woanders auch zu lesen ist schraubt die Erwartungen jedenfalls weiter nach oben. Dass sich RIM soviel Zeit mit der Veröffentlichung genommen hat lässt hoffen, dass das PlayBook ganz oben mitspielen wird.
Quellen
[1] macerkopf.de - iPad 2 Konkurrenz: Motorola Xoom, HP TouchPad, BlackBerry PlayBook

