Anleitungen

Eine Karte mit dem Mobile Atlas Creator (MOBAC) erstellen

erdkugelWie im Beitrag Offline-Navigation mit TrekBuddy inklusive Kartenunterstützung beschrieben benötigt man Kartenmaterial auf einer Speicherkarte, um offline navigieren zu können. Von den verschiedenen Programmen und Möglichkeiten hat mich der Mobile Atlas Creator (MOBAC) am meisten überzeugt. Das Programm holt sich aus einer Kartenquelle wie der sehr beliebten OpenStreetMap (OSM) einen ausgewählten Ausschnitt und speichert das Material auf der Festplatte ab.

Die Karten von den großen Anbietern wie Google Maps, Microsofts Bing Maps oder OSM liegen in einem Vektorformat vor. Sie lassen sich damit verlustfrei vergrößern. Einige Programme können aber mit Vektorkarten nichts anfangen. Hier hilft der MOBAC weiter. Er wandelt diese Vektorgrafik in eine Pixelgrafik um. Im Prinzip wird die Karte in eine Grafik "gedruckt". Für eine bessere Performance (Ladezeiten, Speicherbelegung) wird die Datei in kleinere Portionen unterteilt, den Kacheln mit einer Größe von 256 x 256 Pixeln.

 

Installation

Den Mobile Atlas Creator kann man über Sourceforge kostenlos herunterladen. Eine Installation ist nicht notwendig. Das ZIP-Archiv wird lediglich in ein Verzeichnis entpackt. Das Programm wurde in Java geschrieben und sollte also auch auf anderen Betriebssystemen als Windows laufen. Probiert habe ich es nicht und beschränke mich hier nur auf Windows. Benötigt wird als Voraussetzung eine lauffähige Java-Umgebung. Der Start beginnt mit einem Doppelklick auf die Mobile Atlas Creator.exe Datei.

 

Bedienung

Im MOBAC (und auch später im benutzten Programm TrekBuddy) werden die einzelnen Karten in Atlanten, Layern (Ebenen) und Maps (Karten) organisiert. Auf der untersten Ebene stehen die Maps, die in (mehreren) Ebenen organisiert sind. Alle Ebenen zusammen bilden dann den Atlas. Beim ersten Start fragt der MOBAC nach dem Atlastyp. Der Atlas soll später mit dem Programm TrekBuddy genutzt werden. Wir wählen deshalb TrekBuddy tared Atlas. Der TrekBuddy untared Atlas ist damit identisch, jedoch mit dem Unterschied, dass hier alle Dateien einzeln vorliegen und nicht zusammen in mehreren großen tar-Archiven. Spätestens beim Kopieren auf die Speicherkarte macht sich das bemerkbar.

Nach dem Start wird eine Karte angezeigt, die folgendermaßen bewegt wird:

  • Linke Maustaste: Damit wird ein Rechteck zur Auswahl gezogen.
  • Rechte Maustaste: Karte verschieben
  • Mausrad: Zoomlevel einstellen. Alternativ über einen Schieber am oberen Rand.

Fehlende Kartenausschnitte werden sofort vom eingestellten Kartenserver heruntergeladen.

Klickt man oben rechts auf das Help-Menü erscheinen unter How to use preview map noch ein paar Tasten- und Mausbefehle. Mit der Taste F5 wird die Karte aktualisiert, falls noch Ausschnitte fehlen sollten. Die anderen Befehle können genau so gut mit der Maus ausgeführt werden.

mobac-bedienfelderUm eine Karte zu erstellen, sind auf der linken Seite folgende Bedienfelder von Bedeutung:

  • Map Source: Wählt den Kartenserver. Z.B. OpenStreetMap oder andere Server.
  • Zoom Levels: Die Zoomstufen, die bei Betätigen von Add Selection später heruntergeladen werden. Die Ansicht und der momentan eingestellte Zoomlevel sind für die später erstellte Karte ohne Bedeutung.
  • Atlas Content: Hier sieht man alle ausgewählten Ebenen und Karten. Durch Drag and Drop lassen sie sich anders anordnen. Über das Kontextmenü können die dazugehörigen Kartenausschnitte wieder eingeblendet werden. Mit New legt man einen neuen Atlas an. Add Selection fügt den aktuellen Kartenausschnitt mit den angekreuzten Zoom Levels hinzu.
  • Saved Profiles: Hier speichert man alle angelegten Karten ab, um sie später wieder aufrufen zu können.

Alle anderen Fenster sind zum Erstellen eines Atlases nicht notwendig.

Nochmals zur Erinnerung: Welche Karte später heruntergeladen wird bestimmt einzig allein der Inhalt in Atlas Content. Der momentan eingestellte Zoomlevel und Kartenausschnitt sind völlig irrelevant.

 

Eine Karte erstellen

mobac-karte-zoom15Bevor man anfängt eine Karte herunterzuladen sollte man sich erst Gedanken über die notwendige Auflösung, sprich den Zoomfaktor machen. Der höchste notwendige Zoomlevel ist abhängig vom Einsatzzweck und den Anforderungen. Welcher Zoomlevel geeignet erscheint kann sich jeder selber mit Hilfe des MOBAC veranschaulichen. Man vergrößert (oder verkleinert) die Karte bis genügend Details vorhanden sind. So benötigt man bei einem Stadtplan schon mindestens die Stufe 15, um Straßennamen zu erkennen.

Der höchste Zoomstufe bestimmt auch maßgeblich die Anzahl der Kacheln, die heruntergeladen werden müssen. Jeder höhere Level vergrößert die Anzahl der Kacheln um den Faktor vier! Der MOBAC zeigt glücklicherweise unterhalb des Fensters Zoom Levels die Kachelzahl an. So ab ca. 7000 Kacheln fängt OpenStreetMap an, die Bandbreite massiv zu begrenzen. Betroffen davon sind besonders die Level 15 und höher, je nach Größe des Kartenausschnitts. Wie man trotzdem hoch aufgelöste Karten erstellt folgt weiter unten im Text.

Ist man sich über die einzelnen Zoomstufen im Klaren, verkleinert man die Karte, um das gewünschte Gebiet mit der linken Maustaste einzuzäunen. Das aufgezogene Rechteck bleibt auch erhalten, wenn die Karte vergrößert oder verschoben wird. Danach kreuzt man jede gewünschte Zoomstufe auf der linken Seite im Fenster Zoom Levels an. Anschließend fügt man die Auswahl über Add Selection dem aktuellen Atlas hinzu. Der MOBAC erstellt eine neue Ebene und für jede Zoomstufe eine neue Karte. Die Namen lassen sich über einen Rechtsklick darauf nachträglich ändern.

Andere Kartenausschnitte mit anderen Zoomeinstellungen können jederzeit hinzugefügt werden. Es wird dabei immer eine neue Ebene mit den Karten angelegt. Damit muss man sich nicht zufrieden geben. Die Einordnung und Reihenfolge lassen sich per Drag and Drop ändern. Mehr dazu bei Organisation des Kartenmaterials weiter unten.

Mit Create Atlas beginnt der MOBAC vom Kartenserver die Karte anzufordern und im Verzeichnis atlases unterhalb vom MOBAC-Installationsordner abzulegen. Der Verzeichnisname bestimmt der Atlasname mit angehängtem Datums- und Uhrzeitstempel. Ein Überschreiben vorhandener Atlanten mit identischen Namen ist somit ausgeschlossen.

Die Kartenerstellung nochmals in Kurzfassung:

  1. Kartenquelle auswählen
  2. Kartenausschnitt markieren
  3. Gewünschte Zoom Level ankreuzen
  4. Mit Add Selection die Auswahl dem Atlas hinzufügen (Evtl. Name vorher ändern).
  5. Mit Create Atlas die Karte herunterladen.

mobac-karte-erstellen


Bedeutung der Auswahl Grid disabled (Grid Zoom x)

Neben dem Schieber mit den Zoomleveln gibt es noch die Auswahlliste mit verschiedenen Grid Zoom Stufen. Damit wird lediglich ein Hilfsgitter über die Karte gelegt, das die einzelnen Kacheln, die heruntergeladen werden, anzeigt. Stellt man Zoomlevel und Grid auf die gleiche Stufe ein, bekommt man eine Vorstellung wie groß später der Ausschnitt auf dem BlackBerry sein wird. Jede Kachel besitzt ein Größe von 256 x 256 Pixeln. Bei den aktuellen Displayauflösungen sieht man also immer mindesten zwei Kacheln nebeneinander. Das Programm TrekBuddy sorgt für eine nahtlose Aneinanderreihung.

 

Größere Karten erstellen

Möchte man sehr große Gebiete abdecken besteht das Problem der exorbitant hohen Kachelzahl. Für das Bundesland Bayern sind in der Stufe 16 über 800.000 Kacheln herunterzuladen. Bei Level 12 dagegen nur noch ca. 3000 Teile. Die Kartenserver begrenzen verständlicherweise ihre Bandbreite. So dauerte der Download bei OpenStreetMap mit ca. 7500 Kacheln knapp 30 Minuten.

Eine Alternative wäre, 16er Zoomstufen nicht auf das gesamte Areal anzuwenden, sondern gezielt auf einzelne, kleinere Bereiche. So könnte man eine Stadt in der Stufe 16 herunterladen, das Umland jedoch mit einer gröberen Auflösung.

Im Beispiel wurde für eine Tour die wesentlich größere Umgebung in Stufe 12 und 14 heruntergeladen. Das Zielgebiet (Wendelstein) dagegen in der Stufe 16.

mobac-karte-erstellen-verschieben1mobac-karte-erstellen-verschieben2

Danach wurde zur einfacheren Auswahl die Karte Wendelstein mit der Maus in die obere Ebene verschoben und die leere Ebene Wendelstein dann gelöscht.

 

Organisation des Kartenmaterials

Im MOBAC wird das Kartenmaterial standardmäßig in der Folge Atlas - Layer (Ebene) - Map (Karte) angeordnet. Die einzelnen Zoomstufen werden dabei als Map angelegt. Für jeden Kartenausschnitt, den man hinzufügt, wird eine neue Ebene erzeugt. Das kann ganz schön unübersichtlich werden. Dazu kommt später die Auswahl im Programm TrekBuddy, die dann ebenfalls umständlich werden kann.

Glücklicherweise lassen sich die Karten zwischen den Ebenen hin und herschieben. Wie das letztendlich angeordnet wird bleibt jedem selber überlassen. So habe ich meine Atlanten nach dem Einsatzzweck organisiert. Die Ebenen nutze ich als weitere Gliederungsebene. Am Ende stehen die Karten mit ihren einzelnen Leveln. Die Zoomstufe muss übrigens im Namen nicht dabeistehen, erleichtert aber später die Auswahl.

mobac-karte-nach-geografie-organisiertIn dem Beispiel wurden unterschiedliche geografische Gebiete kombiniert.

mobac-karte-nach-typ-organisiertHier wurden verschiedene Kartenquellen verwendet. Jede Karte zeigt unterschiedliche Informationen an, so dass man manchmal mehrere zur Auswahl benötigt. Bei OpenStreetMap gibt es eigens Radfahrerkarten.

 

Wie man nun diese Karten mit einem BlackBerry zur Offline-Navigation nutzt kann bei Offline-Navigation mit TrekBuddy inklusive Kartenunterstützung weiterlesen.

 

Links

mobac.sourceforge.net Homepage vom Mobile Atlas Creator

Forum

MOBAC im TrekBuddy Forum

Kommentare  

 
Thomas Rohleder
#1 Thomas Rohleder 2013-08-14 20:07
Vielen Dank für die Arbeit und Mühe, die Sie in diese Anleitung gesteckt haben!
Sie ist sogar für mich verständlich! Super!
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Aktuelle Kommentare

  • 18.11.2014 14:52
    hallo, bei mir will es sich nicht verbinden, trotz der guten Einleitung. Was soll ich machen? vielleicht ...

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